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Statt Großkonzernen leiden private (Klein-) VermieterInnen und Genossenschaften

Der Berliner Mietendeckel wird von einem neuen Akteur kritisiert – den Wohnungsbaugenossenschaften (WBGs), die sich für sozial gerechten Wohnraum einsetzen. Sie sprechen sich gegen die Regulierungen aus, die mit dem Erscheinen des Mietendeckels den Wohnmarkt bestimmen. Besonders das Einfrieren der Mieten motivierte vier der WBGs, nun offiziell vor dem Bundesverfassungsgericht zu klagen. Der Vorstand der Charlottenburger Baugenossenschaft, Dirk Enzesberger, erklärte in einem Interview die Gründe: Die WBGs werden durch den Mietendeckel in ihrem Auftrag zur Sicherung nachhaltiger und sozial ausgewogener Wohnfläche gehindert [1].

Wohnbaugenossenschaften ziehen 2/3 der geplanten Investitionen zurück

Das Erfolgsprinzip der Wohnbaugenossenschaften zur Gestaltung sozialen und nachhaltigen Wohnraums – für den sich auch der Mietendeckel einsetzt – ist der Mietpreisanpassungsmechanismus an aktuelle Marktpreise für laufende Kosten. Diese beinhalten beispielsweise die Gehälter der VerwaltungsmitarbeiterInnen, HausmeisterInnen und HandwerkerInnen, aber auch Materialien, die für eine Instandhaltung der Wohnungen benötigt werden. Das Einfrieren der Mieten macht die zum Vorteil ihrer MieterInnen knapp kalkulierten Gewinne bei sich stetig verändernden Marktpreisen für laufende Kosten zu einem Finanzplan-Albtraum. Da die WBGs ca. 80% ihrer Gewinne in den Bau neuer Wohnfläche reinvestieren, wird es in nächster Zukunft deutliche Abstriche in diesem Bereich geben, sodass die von den WBGs geplanten 6000 neuen Wohnungen bis zum Ende des Mietendeckels im Jahr 2025 auf ein Drittel reduziert werden müssen [2]. Die Situation der WBGs ist ein Paradebeispiel für die Problematik des Mietendeckels – das eigentliche Ziel der Entspannung des Wohnungsmarktes wird nicht erreicht und bindet dabei Institutionen und Verbänden die Hände, die sich für bezahlbaren Lebensraum aktiv und erfolgreich einsetzen.

KleinvermieterInnen können Immobilien nicht mehr wirtschaftlich tragen – Großkonzerne schlagen zu

Oft werden in Diskussionen um den Mietendeckel die kleinen Akteure vergessen, die sich ebenfalls für Wohnraum einsetzen – nur sind sie medial und finanziell nicht ausreichend präsent, um auf eigene Probleme aufmerksam zu machen. Die Konsequenzen, die PrivatvermieterInnen aus dem Mietendeckel und den niedrigen Mieten ziehen müssen, um wirtschaftlich zu handeln, sind kongruent mit den der WBGs: Die fehlenden Mieteinnahmen werden bei der Wohnungsinstandhaltung eingespart. Dieser Trend unter PrivatvermieterInnen wurde in einer Umfrage der „B.Z.“ festgehalten [3]: 59% verzichten auf eine Sanierung bei Neuvermietung und rund die Hälfte fährt ihr soziales Engagement zurück. Dass mit der Miete nicht auf sich verändernde Marktpreise für laufende Kosten reagiert werden kann, zwingt PrivatvermieterInnen, die im Vergleich zu den WBGs über deutlich niedrigere finanzielle Rücklagen verfügen, dazu, ihre Immobilien als Eigentumswohnung zu verkaufen. Das Resultat ist ein sinkendes Angebot auf dem Mietwohnungsmarkt. Im Notfall wird direkt verkauft – unter anderem an große Konzerne. In Gegenden, die nicht unter Milieuschutz stehen, werden die erworbenen Immobilien abgerissen und neue Wohnungen geschaffen – für ungedeckelte, lukrative Mieten. Ehemalige MieterInnen können sich die neuen Preise nicht leisten – dieser Rückkopplungseffekt zieht Berlin noch weiter in die Wohnungskrise, in der nur die Wohlhabendsten einen sicheren Halt finden.

Der Mietendeckel lässt keine Änderung der Situation auf dem Wohnungsmarkt zu – mit mbly können Sie aber die Ihrer MieterInnen und Immobilien verbessern

Wissenschaftler wie Autor et al. (2014)[4], die eine vergleichbare Mietenregulierung in den 1990er Jahren in Cambridge, Massachusetts, untersucht haben, fanden heraus:  dass erst die anschließende Aufhebung der Mietregulierungen den Lebensstandard erhöhte und die Gegend zum Leben attraktiver machte. Diese Erfahrung mit gedeckelten Mieten beweist, dass Geldfluss und Investitionen für eine Besserung der Lebens- und Wohnqualität sorgen können. Doch falls der Berliner Mietendeckel nicht gekippt wird, wird der lokale Wohnungsmarkt bis zum Jahr 2025 auf einen Aufschwung warten müssen.

Als Lösung bietet mbly ein Wohnmodell an, mit dem VermieterInnen ihren MieterInnen einen zusätzlichen Service ermöglichen und somit zusätzliche Rendite generieren: Ein rechtlich geprüftes Sell and Lease-Back Geschäftsmodell, bei dem mbly die vorhandenen Möbel der Wohnung aufkauft und an die MieterInnen mit einem sorgenfreien Full-Service-Angebot vermietet. Hier erfahren Sie mehr über unser Konzept.

 

[1] https://www.spiegel.de/wirtschaft/mietendeckel-berliner-wohnungsbaugenossenschaften-klagen-a-a8a58b43-2827-4763-8b43-124beca0c54e
[2] https://www.wohnungsbaugenossenschaften.de/regionen/berlin/mietendeckel
[3] https://www.bz-berlin.de/berlin/so-teuer-ist-wohnen-in-berlin-und-im-speckguertel
[4] D. H. Autor, C. J. Palmer, P. A. Pathak,  Journal of Political Economy, 2014, vol. 122, no. 3: “Housing Market Spillovers: Evidence from the End of Rent Control in Cambridge, Massachusetts”

Ina Büttner

Author Ina Büttner

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